Beschäftigung und Spiele

Jeder Hundehalter möchte nur das Beste für seinen Vierbeinigen Freund. Für das Wohlergehen und die psychische Gesundheit, sollte deshalb auch das Beschäftigungsprogramm gut überlegt zusammen gestellt werden. Die meisten Menschen machen sich sicher sehr viele Gedanken darüber, was sie alles ihrem Hund anbieten könnten oder möchten. Was ihn zum Beispiel körperlich auslastet, aber gleichzeitig auch geistig fördert. 

Einige Hundeführer gehen regelmässig auf einen Hundeplatz. Hier ist ja alles gut organisiert und vorbereitet. Natürlich finden die Trainings auch an fest gelegten Tagen statt und zu abgemachten Zeiten. Die Erfolge sind auch dort nicht garantiert, da es immer auf das Engagement des Hundehalters und natürlich auf die Lernwilligkeit des Hundes ankommt. 

Da es in unserer Arbeitswelt viele Verpflichtungen gibt, ist es uns nicht immer möglich diese Zeiten einzuhalten. Wir bekommen nichts geschenkt, schon gar nicht die Freizeit. Mir den festen Tagesabläufen und festgelegten Arbeitszeiten, steht oder zerplatzt der Traum in einer festen und fixen Gruppe, mit dem Hund zu arbeiten. Die Platzreservierung ist so schnell verloren. 

 

Zu Hause beschränken sich viele Hundebesitzer auf Wurfspiele. Da jedoch Wurfspiele keinerlei mentale Forderungen darstellen, sollten diese nicht die alleinige Alternative sein. Zudem muss auch bei Stöcken oder Bällchen wiederum das Verhalten des Hundes beobachtet werden. Nicht wenige Hunde mutieren damit zum richtigen Ball-Junkie. Ja es ist so, es wird mit der Zeit ein richtiges Suchtverhalten gezeigt. Der Hund bellt unaufhaltsam und verlangt immer wieder das der Ball oder das Stöcken geschmissen wird. Hunde mit einem sehr hohen Erregungslevel, sollten nicht unbedingt mit Ballspiel beschäftigt werden. Das werfen von Bällchen und Stöckchen bringt den Hund noch höher in die Erregung. Diese Hunde können danach nicht ruhig liegen, auch wenn es den Anschein macht, dass sie sehr müde sind. Der Adrenalin Haushalt ist viel zu hoch gefahren, dass ein ruhiges liegen unmöglich wird. Für solche Hunde empfehle ich Nasenarbeit und Kauspiele. 

Doch nicht alle Hunde sind begeistert von Renn- und Wurfspielen. So gibt es zum Beispiel Rassen, die finden solche Arten von Beschäftigung sehr schnell langweilig und machen danach einfach nicht mehr mit.

So oder so, sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass der Hund körperlich und mental ausgelastet wird.

Hierfür ist es praktisch, einen kleinen Katalog zusammen zu stellen, der verschiedene Arten von Spielen und Beschäftigungen anbietet. Ein eigener Katalog, das hat doch was, oder?

Auch Beschäftigungen die zu Hause in der Wohnung kein Problem darstellen, sollten in diesem Katalog beinhaltet sein. Manchmal kommt es doch vor, dass einem einfach nichts anständiges in den Sinn kommt um den Hund zu beschäftigen. Hier hilft es, wenn man einfach schnell ein paar aufgeschriebene Ideen zur Hilfe holen kann. 

Ich der Meinung, dass ein ausgelasteter Hund auch ein sehr angenehmer Hausgenosse ist. 

Die meisten Rassehunde haben eine angzüchtete Funktion, wie zum Beispiel das Hüten von Herden, das Bewachen von Haus und Hof, das Treiben oder das Jagen.

Da die meisten Hunde jedoch nicht mehr dafür gehalten werden, um ihre Aufgaben zu erfüllen sind wir in der Pflicht, ihre Bedürfnisse wahrzunehmen und ihnen angemessene Beschäftigungen zu bieten.

 

Arbeiten die sie erfüllen und auch befriedigen.

Aufgaben die für sie lösbar sind.

Aufgaben, bei denen sie lernen Probleme auch zu lösen.

Aufgaben die ihre Motorik übt.

Aufgaben die ihren Riechsinn fördern.

Aufgaben die ihr Erkundungsverhalten fördern. 

 

Über die Interaktionen mit ihrer Bezugsperson, die während und im Spiel geschehen, werden Vertrauen und Bindung aufgebaut. Das ist wohl einer der grössten Erfolge, den man sich nur vorstellen kann.

Vertrauen kann man sich nicht kaufen, nein den muss sich jeder einzelne von uns, sehr hart verdienen. 

In Begleitung eines gut aufgebauten Spiels, können Kommandos, Handzeichen ganz einfach und spielerisch gelernt werden. Sobald im Spiel gelernt wird, ist kein Leistungsdruck oder Stress vorhanden und ohne Stress lernt sich nun einfach mal leichter. Es sind vor allem positive Erfahrungen, die der Hund mit seiner Bezugsperson macht. Es sind vor allem, die positiven Erfahrungen die nachhaltig wirken und Verknüpfungen zulassen, die später immer wieder abrufbar sind. 

 

Mit einem Welpen empfehle ich das Spielen ohne Leistungsdruck und fernab von einer unruhigen Umgebung. So können Sie sich nur dem Spiel widmen und grundsätzlich wird nur des Spieles wegen, auch gespielt. Der positive Endeffekt ist fast schon ein Garant. 

 

Nasenarbeit:

 

Die Nasenarbeit muss in kleinen Schritten aufgebaut werden. 

Am Anfang werfen Sie nah bei Ihnen und in der Aufmerksamkeit des Hundes, Futter auf den Boden. Sie lassen den Hund dieses Stück Futter suchen. Diesen Vorgang wiederholen Sie immer wieder. Sobald Sie das Gefühl haben, der Hund hat verstanden um was es geht, können Sie die Futterstücke etwas weiter werfen und den Radius langsam vergrössern. 

 

Auch eine gute Sache ist die Bodenverletungsfährt. 

Was heisst das?

Sie können mit den Schuhen einen Meter lang ablaufen. Dadurch verletzen Sie den Boden, zertreten die Gräser und alles was auf diesen Gräser lebt. Nach einiger Zeit beginnen die Gräser zu gären und dies verursacht einen anderen Geruch als das nicht zertretene Gras. Während dem Laufen legen Sie bei jedem Schritt ein Leckerli zwischen die Füsse. Nach ungefähr 30Min. gehen Sie mit ihrem Hund, der mit einem Brustgeschirr und 10Meter Leine ausgestattet ist, zu der Spur hin, die Sie für ihr vorbereitet haben. Nun zeigen Sie ihm mit der Hand, event. mit einem Kommando "Such" auf die Spur und lassen ihn ruhig suchen. Am Ende sollte der Hund eine Superbelohnung erhalten, damit steigern Sie auch die Motivation für das nächste Mal. 

 

Auch die Natur hat viel zu bieten. Seien Sie kreativ. Sie sehen einen Stapel Holz. Versuchen Sie ihren Hund in einer Position z.B. Sitz und warten zu bringen, oder binden in schnell an, oder Sie bringen ihn ins Auto zum warten. Nun bestücken Sie diesen Stapel mit Leckerlis die sehr gut riechen, event. Fleischkäsestreifen oder Würfel. Am Anfang sollten Sie es ihm nicht zu schwer machen, dass heisst, die Leckerli in der Höhe der Nase platzieren. Lassen Sie ihren Hund den Stapel absuchen, er benötigt dazu seine Nase sehr.

Später, wenn Ihr Hund diese Art von Nasenarbeit kennt, können Sie die Arbeit erschweren indem Sie die Wurst auch noch höher verteilen. So muss der Hund sich strecken und recken um an die gewünschte Wurst zu kommen. Dies ist für den Hund und seinen Bewegungsapparat sehr gesundheitsfördernd. 

 

Einen Kong befallen:

 

Zur Überbrückung einer Zeitspanne gut geeignet.

Sollte der Hund einmal länger alleine zu Hause bleiben müssen, oder Sie haben einfach zu wenig Zeit an diesem Tag, ist ein gefüllter Kong ideale. 

Sie nehmen dazu einen Kong aus Naturkautschuk, eine Portion Futter, Käse in kleinen Stücken schneiden und das ganze gut vermischen in einem Becken. Danach kippen Sie den gesamten Inhalt in den Kong und legen diesen in die Mikrowelle. Durch das verschmelzen des Käses wird dieser Kong richtig lecker riechen. Lassen Sie ihn sehr gut auskühlen bevor Sie den Kong ihrem Hund geben. Mit so einem gefüllten Kong ist ihr Hund über längere Zeit beschäftigt.

Beachten Sie bitte die Hygiene, der Kong sollte Spülmaschinenfest sein. Bevor Sie ihren Hund den Kong ohne Aufsicht geben möchten, sollten Sie unbedingt auf die Sicherheit achten. Der Kong sollte beim ersten Mal unter Aufsicht gegeben werden. Nur so können Sie sehen, ob der Kong den Zähnen standhaft bleibt.

 

Im Garten:

 

Sie besitzen einen eigenen Garten. Hier können Sie ihre gesamten Fantasie ausleben. Sie können einen Zaunpfahl nehmen und ihn mit Handzeichen, zum Umkreisen zu benutzen.

Hierfür stehen Sie mit ihrem Hund vor den Pfahl, zeigen dem Hund mit der einen Hand nach vorne und locken ihn mit der anderen Hand mit einem Leckerli zurück. Sobald der Hund um den Pfahl gegangen ist und schon in Richtung retour um den Pfahl ist, wird er belohnt. Dieses Spiel kann auch mit einer Pylone, einem Fass, oder einem Eimer gemacht werden. 

 

Sie können auch verschiedene Pylonen aufstellen und nur unter einem verstecken Sie ein Leckerli. Der Hund muss genau dieses Leckerli finden und kann sich selber belohnen. Bei diesem Spiel kommt wieder die Nase zu ihrem Einsatz.

 

Versteckspiele:

 

Draussen können Sie mit seinen Spielsachen, ein Versteckspiel machen. 

Verstecken Sie hinter einem Baum oder Busch sein Spielzeug oder den Leckerlibeutel. Fordern Sie den Hund zum suchen auf. Er wird, sobald er dieses Spiel kennt, seine Freude daran haben.

Auch diese Einheit muss in kleinen Schritten aufgebaut werden. 

 

Es gibt so viele Beispiele einen Hund Artgerecht zu Beschäftigen. Lassen Sie sich von der Natur inspirieren, lassen Sie ihrer Fantasie freien Lauf.

Aber vergessen Sie dabei die Regeln nicht. 

Gespielt wird wenn Sie es wollen, nicht wenn der Hund will. 

Aufgehört wird dann, wenn Sie es sagen, nicht wenn der Hund einfach weiter macht. 

Zum Spiel gehört immer eine gute und freundliche Grundstimmung.

Nervöse oder gereizte Menschen sollten das Spielen in dieser Stimmung lassen. 

Negative Erfahrungen könnten die Harmonie stören. 

 

Zum Thema Spiel und Beschäftigung gibt es sehr viele Bücher, die Sie unterstützen könnten, oder auch inspirieren.

Geniessen Sie die Zeit mit ihrem Vierbeinigen Freund.